Universität Heidelberg
Ägyptologische Forschungsstätte für Kulturwissenschaft

Bibliographie „Altägyptische Magie“ 

(Stand: Oktober 2008) 



Die erste Fassung (Oktober 2000) dieser nunmehr sowohl aktualisierten und revidierten als auch umstrukturierten Bibliographie wurde im Rahmen des Vorlaufprogramms des SFB-Projektes „Ritualdynamik“ erstellt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit verfolgt sie das Ziel, einen fundierten und repräsentativen Überblick über die ägyptologischen Abhandlungen zu Magievorstellungen im Alten Ägypten zu geben. Bei einem Großteil der alphabetisch sortierten Beiträge handelt es sich um Publikationen oder Besprechungen einzelner Quellen, ergänzt durch allgemeine Referenzen sowie eine vorläufige Bibliographie zur „Magie“ in solchen Kulturen, die der ägyptischen nahestanden. 

Um Übersichtlichkeit und Benutzbarkeit zu wahren, werden dagegen in den aus ägyptologischer Perspektive eher marginalen Bereichen nur die wichtigsten der im Internet zugänglichen Bibliographien mit ihrem jeweiligen link zitiert, aber weder ausgewertet noch überprüft, sondern nur um ausgewählte Addenda komplettiert. Die thematischen Überschneidungen, die sich in diesem Rahmen nicht vermeiden lassen, äußern sich darüber hinaus fallweise in Form von mehrfach verzeichneten Lemmata. 

In der Ägyptologie herrscht bislang kein Konsens darüber, welche ägyptischen Befunde mit dem per se inadäquaten, da persischen Begriff „magisch“ zu besetzen seien. Das primäre Problem ist noch immer die Neigung vieler Ägyptologen, ethische und persönliche Magiebegriffe vorschnell auf die ägyptischen Gegebenheiten zu übertragen und damit ein diffuses Feld altägyptischer „Pseudomagie“ zu erzeugen. Es sind vorrangig die Forschungen von R.K. Ritner, die dagegen den emischen Magiebegriff hinterfragen und zu einem konkreteren Einstieg in die ägyptische Magie verhelfen. Schlüsselbegriff ist dabei der ägyptische Terminus „Heka“, der zwar schon lange in der Ägyptologie geläufig ist, jedoch erst durch Ritner eingehenderen Forschungen unterzogen wird. 

Ausgehend von seinen Untersuchungen kann man die Bedeutung von „Heka“ auch hinsichtlich des Einflusses auf altägyptische Rituale hinterfragen, wobei sich ganz neue Interpretationsperspektiven zum Verhältnis zwischen „Heka“/„Magie“ auf der einen und Ritualen auf der anderen Seite allgemein abzeichnen. Die altägyptische Magie („Heka“) definiert sich allem Anschein nach über die Wirksamkeit des performativen Sprechaktes und nimmt auf diesem Weg Einfluß auf Sprechrituale unterschiedlicher Zielsetzungen, zu denen auch solche (Sprech-)Rituale zählen, die bisher nicht als magisch angesehen oder gar in Opposition zur Magie gestellt wurden. 

Diesen Fragen geht die Ägyptologische Forschungsstätte für Kulturwissenschaft auf ihrer Jahrestagung 2008 nach. 


Die anliegende pdf-Datei beinhaltet bibliographische Angaben zum Thema der Jahrestagung "'Magie' und performatives Handeln"

Sie wurde im November 2007 von Frank Röpke völlig neu überarbeitet und zusätzlich mit Links zu inhaltlich ähnlichen Literaturlisten im Internet versehen.


Download:

Literaturdatei "'Magie' und performatives Handeln" (ca. 400 KB)